Ausbildung zum/zur Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r

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Empf. Schulabschluss:
mittlerer Schulabschluss (Realschule)
Ausbildungsdauer:
3 Jahre
Arbeitszeit:
werktags
Du interessierst dich für diesen Beruf?

Verdienst:

1. Jahr: 740 Euro
2. Jahr: 780 Euro
3. Jahr: 830 Euro

Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r

Warum sollte man zahnmedizinische Fachangestellte werden?

Prophylaxe-Maßnahmen, Paradontitis-Behandlungen, Füllungen und Bleachings – zahnmedizinische Fachangestellte erwarten abwechslungsreiche Tätigkeiten. Zudem ist es ein sehr menschennaher Beruf, da man täglich im Patientenkontakt steht.

Wo kann ich als zahnmedizinische Fachangestellte arbeiten?

Du wirst in erster Linie in Zahnarztpraxen, kieferorthopädischen und kieferchirurgischen Praxen arbeiten. Aber auch in Zahnkliniken und Universitätskliniken der Richtung Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde bist du als zahnmedizinische Assistenz den Zahnärzten und Chirurgen behilflich. Darüber hinaus kannst du auch in der öffentlichen Verwaltung des Gesundheitswesens tätig werden – ein möglicher Einsatzort ist das Gesundheitsamt.

Wie sind die Arbeitszeiten als zahnmedizinische Fachangestellte

In Praxen, die zur Tarifgesellschaft der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe gehören, arbeitet man 39 Stunden in der Woche. Die Tarifgesellschaft umfasst jedoch nur Hamburg, Hessen, Saarland und Westfalen-Lippe. Die Wochenarbeitszeit in anderen Praxen und Kliniken weicht leicht davon ab – im Durchschnitt arbeitet man 40 Stunden. Die Arbeitszeit ist grundsätzlich auf die Werktage verteilt. Als zahnmedizinischer Fachangestellter leitet man aber auch Notdienst, der sonn- und feiertags oder nachts stattfinden kann.

Hinweis: Für die Notdienstbereitschaft bekommt man einen Gehaltszuschlag. Die Höhe des Zuschlagsatzes richtet sich danach, wann der Notdienst geleistet wird. An Sonn- und Feiertagen bekommt man beispielsweise nach dem Tarifvertrag der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe pro Stunde einen Zuschlag von 60 Prozent auf den Stundensatz. Bei Nachtarbeit sind es schon 70 Prozent. Kommen gleich mehrere Zuschläge zum Tragen, wird dir der höchste gezahlt. Leistet man zum Beispiel an einem Feiertag, und das auch noch nachts, Notdienst, wird im Falle des Tarifvertrages 70 % Gehaltszuschlag gezahlt, da dieser der höhere Zuschlagssatz ist. Arbeitgeber, die nicht zur Tarifgesellschaft gehören, können ihre Gehaltszuzahlungen frei festlegen.

Welche Arbeitskleidung tragen zahnmedizinische Fachangestellte?

Zahnmedizinische Fachangestellte tragen einen Kasack, eine weitgeschnittene, geschlossene und kurzärmelige Bluse – wobei jede Praxis oder Klinik eine eigene Kasack-Farbe vorschreibt. Dazu trägt man eine weiße Hose und Clogs oder Sandalen. Möglich sind auch saubere Turnschuhe.

Was muss ich für ein Typ sein, um zahnmedizinische Fachangestellte zu werden?

Helfer: Du hilfst dem Zahnarzt bei der Behandlung und den Patienten, sich währenddessen wohlzufühlen.
Perfektionist: Du dokumentierst Behandlungsergebnisse exakt und erstellst fehlerfreie Abrechnungen. Zudem verhinderst du Infektionen bei Patienten, indem du Abdrucklöffel und Mundspiegel immer gründlich sterilisierst.

Organisationstalent: Auch wenn es in der Praxis hektischer wird, bereitest du die Behandlungsräume vor, füllst Kostenpläne aus und erstellst Aufträge für das Labor – und all das in geordneter Reihenfolge.

Wusstest du schon, dass...

  • über 99% der Berufsangehörigen weiblich sind?
  • du deine Ausbildung als Zahnmedizinische Fachangestellte auch bei der Bundeswehr machen kannst? Die Bundeswehr bietet jährlich etwa 120 Ausbildungsplätze an.
  • die Ausbildung als Zahnarzthelferin der Vorgängerberuf von der Zahnmedizinischen Fachangestellten war? Diese Bezeichnung wurde jedoch im Jahr 2001 aufgehoben.
  • es den Beruf seit etwa 1850 gibt? Damals gab es die sogenannten ‚barmherzigen Töchter‘, welche meist aus höheren Familien stammten und bei Zahnbehandlungen assistierten.
  • die Deutschen im Schnitt 344 Zahnpasta-Tuben (75ml) in ihrem Leben verbrauchen?

Wie läuft die Ausbildung als zahnmedizinische Fachangestellte ab?

Möchte man den Beruf der zahnmedizinischen Fachangestellten ausüben, ist eine duale Ausbildung erforderlich. Die Ausbildung dauert insgesamt drei Jahre und findet parallel in der Berufsschule und in der Arztpraxis statt. Der Unterricht an der Berufsschule wird entweder in Blockform oder an bestimmten festen Tagen in der Woche durchgeführt. Vor Ende des zweiten Ausbildungsjahres gibt es eine Zwischenprüfung. Mit Bestehen der Abschlussprüfung nach dem dritten Lehrjahr ist man offiziell ZFA.

Insider: Ausbildung im ZZB – Zahnmedizinisches Zentrum Berlin

Besitzt man das Abitur, verkürzt sich die Ausbildung im ZZB – Zahnmedizinisches Zentrum Berlin um ein halbes Jahr. Mit besonders guten Leistungen ist sogar eine weitere Ausbildungsverkürzung möglich. Dafür unterstützt das ZZB ihre Azubis mit regelmäßigen Trainings. In der Kombination aus Abitur und herausragenden Leistungen dauert die Ausbildung somit nur 2 statt 3 Jahre.

Was lernt eine zahnmedizinische Fachangestellte in der Berufsschule?

In der Berufsschule verschafft man sich einen Überblick über die unterschiedlichen Aufgabenbereiche eines zahnmedizinischen Fachangestellten. Dabei lernt man einzelne Arbeitsschritte, etwa einer Wurzelbehandlung, kennen, und macht sich dadurch mit dem Behandlungsablauf vertraut.

1. Lehrjahr 1

Im Beruf und Gesundheitswesen orientieren: In der Berufsschule wird Fachwissen über die Tätigkeitsfelder und Funktionsbereiche einer Zahnarztpraxis vermittelt – ein Tätigkeitsfeld ist das Vorbereiten von Behandlungsräumen. Dazu lernt man, welche Schritte durchgeführt werden müssen und wie der Arbeitsablauf ausschaut: den Behandlungsstuhl, falls erforderlich, sauber wischen, den Patienten auf den Behandlungsstuhl setzen und eine Serviette umlegen sowie Küretten und Pinzetten rauslegen. Zudem informiert man sich über Unfallverhütungsvorschriften, die beim Assistieren zu beachten sind, sowie über gesetzliche und vertragliche Regelungen der Ausbildung, um mögliche Risiken am Arbeitsplatz vorzubeugen.

Patienten empfangen und begleiten: Als Auszubildende beobachtet, unterscheidet und bewertet man unterschiedliche Umgangsformen. Man lernt diese bewusst einzusetzen, um das Vertrauen von Patienten zu gewinnen. Zudem erfasst man Patientendaten und prüft sie auf ihre Vollständigkeit. Dazu lernt man in der Berufsschule, welche Schritte für eine Abrechnung notwendig sind.

Praxishygiene organisieren: Infektionsgefahren und Ausbreitungswege von Krankheitserregern werden genauestens studiert, bevor Schritte zur Desinfektion und Sterilisation organisiert werden. Damit sich Krankheitserreger erst gar nicht weiterverbreiten, plant man Schutzmaßnahmen wie das sorgfältige Desinfizieren der Injektionsspritze nach jeder Behandlung.

Kariestherapie begleiten: Hier werden Kenntnisse über die Entstehung und den Verlauf von Karies vermittelt. Darüber hinaus lernt man, wie man Karies feststellen kann und wie die Erkrankung zu therapieren ist. Durch die Auswahl der notwendigen Instrumente, etwa des richtigen Füllspatels, und Füllmaterialien wie zahnfarbener Komposit auf Kunststoffbasis, macht man sich mit dem Arbeitsablauf einer Kariesbehandlung vertraut.

Endodontische Behandlungen begleiten: Endodontische Erkrankungen treten auf, wenn der Zahnhalteapparat, der den Zähnen ihren festen Halt gibt, oder das Zahninnere beschädigt ist. Um beurteilen zu können, ob ein beschädigter Zahn entfernt werden muss, lernen Auszubildende den Krankheitsverlauf in der Berufsschule kennen.

2. Lehrjahr 2

Praxisabläufe organisieren: Um Termine ordnungsgemäß zu planen, müssen sowohl zeitliche Abläufe der Praxisorganisation als auch Patientenwünsche berücksichtig werden. Auch bei der Archivierung von Behandlungsunterlagen ist einiges zu beachten, etwa Aufbewahrungsfristen und der Datenschutz.

Zwischenfällen vorbeugen und in Notfallsituationen helfen: Angehende zahnmedizinische Fachangestellte informieren sich über anatomische, physiologische und pathologische Zusammenhänge, um bei der Aufnahme von Patienten mögliche Risiken direkt erkennen zu können. Bei schwangeren Frauen dürfen beispielsweise Röntgenstrahlungen nur bei zwingender Notwendigkeit und unter möglichst geringer Strahlenbelastung eingesetzt werden, da es sonst zu Schäden beim Ungeborenen kommen könnte. In Notfallsituationen muss man in der Lage sein, Erste-Hilfe-Maßnahmen durchzuführen.

Chirurgische Behandlungen begleiten: Man lernt, wie man Behandlungsplätze vorbereitet, Skalpellklingen für den bevorstehenden chirurgischen Eingriff auswählt und Verordnungen von Arzneimitteln anfertigt. Nach dem Eingriff informiert man die Patienten über die Anwendung und Wirkung der verschriebenen Medikamente.

Waren beschaffen und verwalten: Man verschafft sich einen Überblick über die zu lagernden Materialien und Werkstoffe. Wenn neue Tupfer, Rezeptblöcke oder Kunststoff-Füllmaterialien bestellt werden müssen, informiert man sich über unterschiedliche Beschaffungsmöglichkeiten und analysiert Angebote unter qualitativen, quantitativen und wirtschaftlichen Aspekten. Nach der Beschaffung bearbeitet man die entsprechenden Zahlungsvorgänge.

3. Lehrjahr 3

Behandlungen von Erkrankungen der Mundhöhle und des Zahnhalteapparates begleiten; Röntgen- und Strahlenschutzmaßnahmen vorbereiten: Bei der Behandlung von Mundsoor, einer Pilzerkrankung der Mundschleimhaut, unterstützt man den Zahnarzt beispielsweise durch das Reichen von Spiegel und Löffel, verschreibt hinterher Antipilzmittel und informiert die Patienten über die korrekte Anwendungsweise des Medikamentes. Darüber hinaus verschaffen sich angehende zahnmedizinische Fachangestellte Informationen über Röntgentechniken und Maßnahmen des Strahlenschutzes, um verantwortungsbewusst mit Röntgengeräten umgehen zu können.

Prophylaxemaßnahmen planen und durchführen: Als Auszubildende lernt man die Ursachen von Zahn- und Parodontalerkrankungen kennen und informiert sich über zahnmedizinische Vorbeugungsmöglichkeiten. Dafür lernt man Maßnahmen der Mundhygiene kennen, wie etwa die richtige Zahnputztechnik, der Umgang mit Zahnseide sowie zahngesunde Ernährung.

Prothetische Behandlungen begleiten: Man eignet sich Wissen über die unterschiedlichen Arten von Zahnersätzen an, um Patienten über den richtigen Umgang mit der Prothese informieren zu können. Da ein Zahnersatz kostenpflichtig ist, kontrolliert man als zahnmedizinische Fachangestellte die Zahlungseingänge und leitet bei Zahlungsverzug ein Mahnverfahren ein.

Praxisprozesse mitgestalten: Im Team identifizieren die Azubis Probleme und kritische Punkte in einer Praxis und erarbeiten Verbesserungsvorschläge. Das könnte in etwa eine andere Personaleinsatzplanung sein, bei der schwangere Mitarbeiterinnen und deren Einsatzmöglichkeiten sowie Schutzbestimmungen stärker berücksichtigt werden.

Was lernt eine zahnmedizinische Fachangestellte in der Praxis?

In diesem Teil der Ausbildung werden die Planungen, die man in der Berufsschule noch theoretisch erlernt hat, in einer Zahnarztpraxis praktisch durchgeführt.

1. und 2. Lehrjahr: In den ersten beiden Ausbildungsjahren wirkt man unter anderem bei lokalen Fluoridmaßnahmen mit, sammelt verwendete Pinzetten und Zahnfleischscheren ein und desinfiziert diese fachgerecht, leistet Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Unfällen und erstellt Abrechnungen für die gesetzlichen Krankenversicherungen.

3. Lehrjahr: Das letzte Ausbildungsjahr ist zum einen dafür da, die Kenntnisse aus den beiden ersten Lehrjahren zu vertiefen. Zum anderen werden neue praktische Aufgaben durchgeführt: Man wirkt bei der Kariesrisikobestimmung mit, wendet Röntgentechniken an, macht Film- und Bildverarbeitungen und führt eine Fehleranalyse für die Qualitätssicherung durch.

Du solltest Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r werden, wenn …
  1. der Umgang mit Menschen dir große Freude bereitet.
  2. du eine Gabe zum Beraten und Erklären hast.
  3. Helfen und Assistieren dir Spaß machen.
Du solltest auf keinen Fall Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r werden, wenn …
  1. du unter einer Kontakt- oder Bakterienphobie leidest.
  2. es nichts für dich ist, organisierende Tätigkeiten auszuüben.
  3. dich deine Freunde nur ‚Tollpatsch‘ nennen.
Das Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r-Quiz
Frage / 3

Wer oder was ist Plaque?

Leider falsch! Die richtige Antwort ist Nummer 2, Plaque ist tatsächlich eine andere Bezeichnung für Zahnbelag.
Richtig! Plaque ist ein andere Bezeichnung für Zahnbelag.

Was bezeichnet man als Stomatognathes System?

Leider falsch! Die richtige Antwort ist Nummer 1, der Begriff Stomatognathes System leitet sich von Stomatologie ab. Stomatologie ist die Wissenschaft der Heilkunde von Krankheiten der Mundhöhle.
Richtig! Der Begriff Stomatognathes System leitet sich von Stomatologie ab. Stomatologie ist die Wissenschaft der Heilkunde von Krankheiten der Mundhöhle.

Wofür braucht man eine Bonuskarte?

Leider falsch! Die richtige Antwort ist Nummer 1, die Bonuskarte ist dafür da, um bei einem Zahnersatz zu sparen. Beim regelmäßigen Zahnarztbesuch erhält jeder nach einem bestimmten Zeitraum einen Zuschuss von der Krankenkasse.
Richtig! Die Bonuskarte ist für eine Ersparnis beim Zahnersatz gedacht. Wer regelmäßig beim Zahnarzt war, erhält nach einem bestimmten Zeitraum einen Zuschuss von der Krankenkasse.
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