Du willst dich nach der Schule erst mal orientieren und herausfinden, was dir wirklich liegt? Dann kann ein Freiwilligendienst genau das Richtige sein: Du sammelst Erfahrungen, lernst Arbeitsalltag kennen und bekommst ein viel besseres Gefühl dafür, ob eher Soziales, Umwelt/Natur oder sogar die Bundeswehr zu dir passt.
Ein Freiwilligendienst gibt dir nach der Schule die Chance, einen Bereich in der Praxis kennenzulernen, bevor du dich für eine Ausbildung oder ein (duales) Studium entscheidest. Du arbeitest für eine bestimmte Zeit in einer Einsatzstelle – zum Beispiel in einer Kita, im Krankenhaus oder im Naturschutz – und bekommst so einen echten Einblick in den Arbeitsalltag. Das hilft dir dabei, sicherer zu werden, was zu dir passt, und später in Bewerbungen konkrete Erfahrungen zu nennen.
Auf dieser Seite vergleichen wir die vier beliebtesten Freiwilligendienste in Deutschland: das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ), das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ), den Bundesfreiwilligendienst (BFD) und ergänzend den Freiwilligen Wehrdienst (FWD).
Wichtig dabei: FSJ, FÖJ und BFD sind zivile Freiwilligendienste. Der FWD ist dagegen ein freiwilliger militärischer Dienst bei der Bundeswehr.
❤️🩹 Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ)
🏥 Bundesfreiwilligendienst (BFD)
🍃 Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ)
🇩🇪 Freiwilliger Wehrdienst (FWD)
✅ Mach zuerst unseren Berufscheck!
Die vier Programme klingen auf den ersten Blick ähnlich, unterscheiden sich in der Praxis aber ziemlich deutlich. Damit du schneller rausfindest, was zu dir passt, erklären wir dir FSJ, FÖJ, BFD und FWD jetzt im Detail – mit den wichtigsten Infos zu Voraussetzungen, Gehalt, Bewerbung und Stellensuche.
Ein FSJ ist der „klassische“ Weg, um nach der Schule praktische Erfahrung im sozialen Bereich zu sammeln. Du bist in einer Einsatzstelle (z. B. Kita/Schule, Krankenhaus/Pflege, soziale Einrichtung oder je nach Träger auch Rettungsdienst) Teil des Teams, hilfst im Alltag mit und merkst normalerweise ziemlich schnell: liegt mir das Arbeiten mit Menschen – oder doch eher nicht?
Was passt danach oft gut (je nach Einsatzbereich)? Wenn dir das FSJ gefällt, passt danach häufig eine Ausbildung oder ein (duales) Studium im sozialen oder gesundheitlichen Bereich – z. B. Erzieher/in, Sozialassistent/in, Pflegefachmann/-frau oder Notfallsanitäter/in.
Alle Infos zum Freiwilligen Sozialen Jahr findest du in unserem ausführlichen FSJ-Ratgeber:
Das FÖJ passt, wenn du Lust auf Natur, Umwelt und Nachhaltigkeit hast – oft draußen, projektbezogen oder in der Umweltbildung.
Gehalt / Taschengeld im FÖJ: Beim FÖJ gibt’s meistens Taschengeld/Leistungen (kein Azubi-Gehalt). Wie viel das ist und ob es Extras gibt (z. B. Unterkunft/Verpflegung), ist je nach Träger/Einsatzstelle unterschiedlich – check das direkt bei der jeweiligen Stelle.
Bewerbung & Voraussetzungen: Beim FÖJ läuft vieles über Träger und Region. In der Bewerbung zählt weniger perfekte Formulierungen und mehr: Warum willst du im Bereich Umwelt/Natur (oder Tiere) arbeiten? Was interessiert dich daran? Was willst du lernen?
Ausland: Klar, „FÖJ im Ausland“ klingt erstmal mega. Wichtig ist nur: Nicht alles, was online so genannt wird, ist auch ein „klassisches“ FÖJ. Wenn du Ausland willst, frag beim Träger nach, welche Programme wirklich passen und wie sie offiziell heißen.
Was passt danach oft gut (je nach Einsatzbereich)? Wenn dir das FÖJ gefällt, passt danach häufig eine Ausbildung oder ein (duales) Studium im Umwelt-, Natur- oder Tierbereich – z. B. Gärtner/in, Forstwirt/in, Landwirt/in, Tierpfleger/in, Tiermedizinische/r Fachangestellte/r.
Der Bundesfreiwilligendienst ist oft ähnlich wie ein FSJ, aber je nach Einsatzstelle breiter (sozial, Umwelt/Nachhaltigkeit, Kultur/Organisation). Viele sagen dazu auch „Bufdi“.
Gehalt / Vergütung im BFD: Beim BFD wird sehr oft nach Gehalt/Vergütung/Bezahlung gefragt. In der Praxis geht’s meistens um Taschengeld/Leistungen (kein Azubi-Gehalt). Was genau drin ist (z. B. Zuschüsse), hängt von der Einsatzstelle ab. Auch Kindergeld ist ein häufiges Thema – klär das im Zweifel früh mit Eltern/Familienkasse.
Bewerbung & Voraussetzungen: Viele bewerben sich direkt bei Einsatzstellen oder über Träger. „Voraussetzungen“ heißt im Alltag oft: Du passt zum Bereich, bist zuverlässig und kannst erklären, warum du das ausprobieren willst. Wenn du unsicher bist, hilft es, einen Schwerpunkt zu wählen (z. B. Schule/Jugend, Pflege/Gesundheit, Organisation/Kultur) – das macht die Bewerbung einfacher.
Ausland: Für Freiwilligendienste im Ausland gibt es eigene Programme, zum Beispiel den IJFD. Ein Bundesfreiwilligendienst wird normalerweise in Deutschland geleistet.
Seminare (wichtiger Punkt): Beim BFD spielen Seminare/Bildungstage eine größere Rolle, als viele erwarten. Sie sind sogar gesetzlich vorgesehen. Bei einer zwölfmonatigen Teilnahme sind es mindestens 25 Seminartage; für Freiwillige über 27 ist mindestens ein Seminartag pro Dienstmonat vorgesehen.
Was passt danach oft gut (je nach Einsatzbereich)? Wenn dir der BFD gefällt, passt danach häufig eine Ausbildung oder ein (duales) Studium in dem Bereich, den du ausprobiert hast – z. B. im sozialen, pädagogischen oder gesundheitlichen Bereich als Erzieher/in, Sozialassistent/in, Heilerziehungspfleger/in, Pflegefachmann/-frau, Notfallsanitäter/in oder Medizinische/r Fachangestellte/r. Wenn dein BFD eher im Umwelt- oder Naturschutz stattfindet, können beispielsweise auch Gärtner/in oder Tierpfleger/in passen.
Der Freiwillige Wehrdienst (FWD) unterscheidet sich stark von FSJ/FÖJ/BFD, denn faktisch handelt es sich hierbei um den Einstieg in die Bundeswehr. Du startest dabei meist in der Mannschaftslaufbahn, machst zuerst die Grundausbildung und lernst danach den militärischen Alltag kennen.
Wenn du erst mal verstehen willst, wie sich Wehrpflicht, Wehrdienst, Wehrerfassung und Musterung unterscheiden, passt der Magazinartikel Wehrpflicht & Wehrdienst.
Wenn du wissen willst, wie der Beruf später konkret aussieht, ist das Berufsprofil Soldat/in der bessere Einstieg:
Gehalt / Sold beim FWD: Beim FWD bekommst du Sold statt Taschengeld. Wie hoch der genau ist, hängt von Status und persönlicher Situation ab. Die aktuellen Details findest du im Berufsprofil Soldat/in und auf der jeweiligen Bundeswehr-Karriereseite.
Bewerbung & Voraussetzungen: Für den FWD brauchst du die deutsche Staatsbürgerschaft, musst mindestens 18 Jahre (oder 17 mit Einverständnis der Erziehungsberechtigten) alt sein, deine Vollzeitschulpflicht erfüllt haben und bereit sein, bundesweit eingesetzt zu werden. Mehr Details dazu stehen im Berufsprofil Soldat/in.
Was passt danach oft gut (je nach Einsatzbereich)? Wenn dir der FWD gefällt, passt danach häufig der weitere Weg innerhalb der Bundeswehr oder eine Ausbildung in einem Bereich, der dich im Laufe deines Wehrdienstes besonders gereizt hat (militärische Aufgaben, Technik, Logistik …) – z. B. Soldat/in, Fachinformatiker/in, Elektroniker/in, Mechatroniker/in, Kfz-Mechatroniker/in, Fachkraft für Lagerlogistik.
Nicht jeder muss direkt ein FSJ, FÖJ, BFD oder FWD machen – und das ist völlig okay. Wichtig ist nur, dass du nicht einfach nichts machst, sondern irgendetwas ausprobierst. Auch mit kleineren Schritten kannst du sehr gut herausfinden, was zu dir passt.
Ein Schülerpraktikum oder Orientierungspraktikum ist ideal, wenn du einen Beruf oder einen Bereich erst mal für kurze Zeit testen willst. Gerade wenn du noch in der Schule bist oder nach dem Abschluss noch mehr Orientierung brauchst, ist das oft der einfachste Weg, um ein Gefühl dafür zu bekommen, was dir liegt.
Ein Praktikum ist damit ein guter Mittelweg zwischen „nur drüber nachdenken“ und „gleich ein ganzes Freiwilligenjahr machen“.
Ein Ferienjob ist sinnvoll, wenn du Geld verdienen und gleichzeitig merken willst, wie sich Arbeit im Alltag anfühlt. Auch wenn der Job nicht direkt dein Traumberuf ist, lernst du dabei oft trotzdem viel über Teamarbeit, Verantwortung und Belastbarkeit.
Wenn du schon eine ziemlich klare Richtung hast, musst du nicht zwingend erst einen Freiwilligendienst machen. Dann kann es sinnvoller sein, direkt in eine Ausbildung oder ein duales Studium einzusteigen.
Wenn du wirklich noch gar keine Ahnung hast, ist der Berufscheck oft der beste erste Schritt. So bekommst du zumindest eine Richtung und kannst danach viel gezielter überlegen: Freiwilligendienst, Praktikum, Ausbildung oder duales Studium?
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